Wer einen Mac besitzt, kennt die regelmäßigen Benachrichtigungen über verfügbare System-Updates. Die meisten von uns klicken routiniert auf „Installieren“ und warten, bis der Balken durchgelaufen ist. Doch was viele nicht wissen: Hinter manchen macOS-Updates verbirgt sich mehr als nur Software – nämlich kritische Firmware-Updates, die tief in die Hardware-Ebene deines Geräts eingreifen. Und hier wird es spannend, denn bei diesen Updates gelten besondere Spielregeln.
Was ist Firmware und warum unterscheidet sie sich von normaler Software?
Bevor wir ins Detail gehen, sollten wir klären, was Firmware eigentlich ist. Während macOS die Software-Schicht bildet, mit der du täglich interagierst, stellt die Firmware die grundlegende Steuerungssoftware deiner Hardware-Komponenten dar. Sie ist sozusagen die Brücke zwischen deinem Betriebssystem und den physischen Bauteilen wie dem Logic Board, dem EFI-Chip oder dem System Management Controller.
Die Firmware läuft auf einer deutlich tieferen Ebene als normale Programme. Sie startet, noch bevor macOS überhaupt geladen wird, und ist dafür verantwortlich, dass dein Mac überhaupt hochfährt. Man kann sich Firmware als die Software für die Hardware vorstellen – eine Mikrokodierung, die direkt in den eingebetteten Systemen der Hardwarekomponenten arbeitet. Genau deshalb ist ein fehlgeschlagenes Firmware-Update so problematisch – es kann dein Gerät im schlimmsten Fall in einen teuren Briefbeschwerer verwandeln.
Warum Apple strenge Voraussetzungen für Firmware-Updates stellt
Apple hat aus gutem Grund Sicherheitsmechanismen eingebaut, die verhindern sollen, dass Firmware-Updates unter ungünstigen Bedingungen durchgeführt werden. Die wichtigste Voraussetzung ist eine zuverlässige Stromversorgung während des gesamten Update-Vorgangs. Bei MacBooks bedeutet das konkret: Das Gerät muss an das Stromnetz angeschlossen sein, besonders wenn automatische Updates durchgeführt werden sollen.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Firmware-Update darf unter keinen Umständen unterbrochen werden. Während du bei einem normalen Software-Update im Notfall den Mac neu starten kannst, ohne bleibende Schäden zu verursachen, sieht das bei Firmware-Updates völlig anders aus. Eine Unterbrechung während des Schreibvorgangs auf den Firmware-Chip kann dazu führen, dass dein Mac nicht mehr startet und nur noch durch professionelle Hilfe im Apple Store wiederbelebt werden kann.
Updates versus Upgrades: Der Unterschied ist wichtig
Nicht jede Aktualisierung deines Mac-Systems ist gleich. Apple unterscheidet zwischen Updates und Upgrades, und gerade bei dieser Unterscheidung wird klar, wann Firmware-Änderungen wahrscheinlicher sind.
Ein Update bezieht sich auf eine neuere Version des aktuell installierten Betriebssystems, beispielsweise der Wechsel von macOS Ventura 13.5 zu macOS Ventura 13.6. Diese Updates erscheinen häufiger und enthalten meist Fehlerbehebungen, Sicherheitspatches und kleinere Verbesserungen.
Ein Upgrade bedeutet wichtige Änderungen am Betriebssystem gegenüber der vorherigen Version – etwa der Sprung von macOS Ventura zu macOS Sonoma. Upgrades werden seltener veröffentlicht und bringen umfangreichere Neuerungen mit sich. Gerade bei solchen großen Versionssprüngen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass auch Firmware-Komponenten aktualisiert werden.
Diese Update-Typen enthalten häufig Firmware-Komponenten
Nicht jedes kleine macOS-Update bringt Firmware-Änderungen mit sich. Besonders wahrscheinlich sind sie bei:
- Großen macOS-Versionssprüngen, also Upgrades von einer Hauptversion zur nächsten
- Security Updates, die tiefgreifende Sicherheitslücken schließen
- Updates, die spezifisch für bestimmte Mac-Modelle veröffentlicht werden
- Bridge OS-Updates für Macs mit speziellen Sicherheitschips
Was passiert bei einem unterbrochenen Firmware-Update?
Die Vorstellung ist für jeden Mac-Nutzer ein Albtraum: Der Strom fällt während eines Firmware-Updates aus oder das Kabel wird versehentlich gezogen. In einem solchen Fall kann der Mac in einen Zustand geraten, in dem das Gerät auf keine Eingaben mehr reagiert und nicht mehr hochfährt.

Während normale Software-Updates meist problemlos abgebrochen oder wiederholt werden können, verhält sich die Firmware anders. Sie ist so grundlegend für die Funktion deines Macs, dass eine fehlerhafte oder unvollständige Installation gravierende Folgen haben kann. Für den Durchschnittsnutzer bedeutet das in vielen Fällen einen Gang zum Apple Store oder zu einem autorisierten Service-Provider.
Praktische Tipps für sichere Updates
Schließe bei MacBooks das Netzteil an – das ist nicht nur eine Empfehlung, sondern für automatische Updates sogar eine Voraussetzung. Auch wenn dein Akku voll ist, bietet die direkte Stromversorgung eine zusätzliche Sicherheitsebene. Bei Desktop-Macs wie dem iMac oder Mac mini ist das natürlich ohnehin gegeben.
Bevor du ein größeres Update durchführst, solltest du prüfen, ob deine wichtigsten Programme mit der neuen Version kompatibel sind. Gerade professionelle Software wie Microsoft Office oder Adobe Creative Suite kann nach großen Updates Probleme bereiten, wenn sie nicht rechtzeitig aktualisiert wurde.
Plane Updates bewusst und starte umfangreiche System-Updates nicht kurz vor wichtigen Terminen oder wenn du den Mac dringend benötigst. Gerade Upgrades auf neue Hauptversionen können deutlich länger dauern als die angezeigten Schätzungen und erfordern möglicherweise mehrere Neustarts.
Während eines Updates solltest du den Mac in Ruhe lassen. Klappe das MacBook nicht zu, drücke keine Tasten und versuche auf keinen Fall, das Update abzubrechen, selbst wenn es lange zu dauern scheint. Gerade wenn mehrere Neustarts erfolgen, ist das ein normaler Teil des Prozesses.
Vor jedem größeren Update sollte eine aktuelle Datensicherung existieren. Time Machine oder andere Backup-Lösungen können im Ernstfall den Unterschied zwischen einem kleinen Ärgernis und einem Datenverlust ausmachen.
Besonderheiten bei Apple Silicon Macs
Macs mit M1, M2 oder M3-Chips haben ein etwas anderes Firmware-Konzept als ihre Intel-Vorgänger. Apple hat hier mehrere Sicherheitsebenen eingebaut, die das System robuster gegen fehlgeschlagene Updates machen. Trotzdem gelten auch hier die gleichen Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Stromversorgung.
Die moderne Architektur dieser Chips bringt verbesserte Sicherheitsmechanismen mit sich, die das Betriebssystem auf mehreren Ebenen absichern. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit eines kompletten Systemausfalls – eliminiert sie aber nicht vollständig. Deshalb bleiben die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen auch bei den neuesten Mac-Modellen relevant.
Was tun, wenn trotz allem etwas schiefgeht?
Falls dein Mac nach einem Update nicht mehr richtig startet, gibt es noch einige Rettungsversuche, bevor du zum Service musst:
- Halte beim Einschalten Command + R gedrückt, um in den Wiederherstellungsmodus zu gelangen
- Bei neueren Macs: Probiere die Startoptionen durch längeres Drücken des Power-Buttons beim Einschalten
- Versuche einen NVRAM-Reset durch Drücken von Command + Option + P + R beim Start
- Bei älteren Intel-Macs kann auch ein SMC-Reset helfen
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen verlaufen macOS-Updates ohne Probleme. Apple hat über Jahre hinweg seine Update-Mechanismen verfeinert und zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen implementiert. Trotzdem schadet es nicht, die Besonderheiten von Firmware-Updates zu kennen und entsprechend vorsichtig zu sein. Dein Mac wird es dir danken – und du ersparst dir möglicherweise einen frustrierenden Ausfall deines wichtigsten Arbeitsgeräts.
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