Warum kluge Paare ihre Flitterwochen im Januar in dieses verschneite serbische Filmkulissen-Dorf verlegen und dabei hunderte Euro sparen

Mitten im winterlichen Serbien, zwischen verschneiten Hügeln und stillen Wäldern, liegt ein Ort, der aussieht, als wäre er einem Märchenbuch entsprungen. Drvengrad – das „Holzdorf“ – ist eine außergewöhnliche Kulissenstadt, die der berühmte Filmregisseur Emir Kusturica für seinen Film „Das Leben ist ein Wunder“ erschaffen hat. Im Januar verwandelt sich dieser einzigartige Ort in eine romantische Winteridylle, die wie geschaffen ist für frischvermählte Paare, die dem Alltagstrubel entfliehen und ihre ersten gemeinsamen Tage in einer Atmosphäre voller Charme und Authentizität verbringen möchten. Während die meisten Hochzeitsreisenden traditionelle Ziele ansteuern, bietet dieses versteckte Juwel im Westen Serbiens eine erfrischende Alternative, die weder das Budget sprengt noch an Romantik einbüßt.

Warum Drvengrad im Januar perfekt für Hochzeitsreisende ist

Der Januar hüllt Drvengrad in eine besondere Stimmung. Die verschneiten Holzhäuser mit ihren dampfenden Schornsteinen, die knarzenden Holzstege unter den Füßen und die klare Winterluft schaffen eine Intimität, die in überfüllten Touristenorten kaum zu finden ist. Die Kälte draußen macht das Zusammenrücken drinnen nur umso kostbarer. Das Dorf liegt auf etwa 1000 Metern Höhe in der Nähe der Stadt Mokra Gora, eingebettet in die bewaldeten Hänge des Zlatibor-Gebirges. Die winterliche Landschaft bietet eine Kulisse, die Fotografien von selbst zu Kunstwerken macht – ein nicht zu unterschätzender Bonus für Paare, die ihre Flitterwochen festhalten möchten.

Was Drvengrad besonders macht, ist seine surreale Architektur: Das gesamte Dorf besteht aus traditionellen Holzhäusern im Stil alter serbischer Siedlungen, komplett mit einer hölzernen Kirche, einem Kino, einer Bibliothek und sogar einer eigenen Straße, die nach dem Schriftsteller Ivo Andrić benannt ist. Jede Gasse trägt den Namen berühmter Künstler und Denker. Trotz seines künstlichen Ursprungs strahlt der Ort eine erstaunliche Authentizität aus und funktioniert heute als lebendiges Kulturzentrum mit permanenten Bewohnern, Kunstgalerien und einem Filmfestival im Sommer.

Was ihr in Drvengrad erleben könnt

Ein Wochenende in Drvengrad bedeutet, bewusst langsamer zu werden. Beginnt eure Tage mit einem Spaziergang durch die verschneiten Gassen, vorbei an den dampfenden Holzöfen, die aus den Schornsteinen rauchen. Die Architektur lädt zum Entdecken ein: Jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte, von der kleinen Kapelle bis zum Kino, das Retrospektiven klassischer Filme zeigt.

Das absolute Highlight ist jedoch die Fahrt mit der Šarganska Osmica, der legendären Schmalspurbahn, die eine spektakuläre Achterroute durch die Berge fährt. Im Januar gleicht diese Fahrt einer Reise durch ein Winterwunderland. Die historische Dampflok zieht ihre Waggons durch enge Tunnel und über kühne Viadukte, während draußen die verschneite Landschaft vorbeizieht. Die Strecke wurde ursprünglich 1925 gebaut und später als touristisches Erlebnis wiederbelebt. Für Hochzeitsreisende gibt es kaum etwas Romantischeres, als gemeinsam in einem warmen Abteil zu sitzen, während draußen die Winterlandschaft vorüberzieht.

Nutzt die Gelegenheit, das kleine Museum zu besuchen, das Kusturicas Filmschaffen dokumentiert, oder verbringt einen Nachmittag in der Bibliothek, die eine überraschend umfangreiche Sammlung beherbergt. Abends könnt ihr euch in einem der rustikalen Restaurants niederlassen und bei Kerzenschein traditionelle serbische Küche genießen.

Kulinarische Erlebnisse ohne großen Aufwand

Die Küche in Drvengrad und der umliegenden Region ist herzhaft, authentisch und erfreulich günstig. Im Januar braucht man deftige Kost, und die serbische Gastronomie liefert genau das. Probiert unbedingt Kajmak, eine cremige Spezialität aus Milchprodukten, die zu frischem Brot serviert wird, oder Pršut, den luftgetrockneten Schinken der Region. Ein Hauptgericht mit gegrilltem Fleisch, Kartoffeln und Salat kostet in den lokalen Gasthäusern selten mehr als 8 bis 12 Euro pro Person.

Die Restaurants im Dorf selbst bieten authentische Atmosphäre mit offenem Kamin und rustikalen Holztischen. Für ein romantisches Abendessen zu zweit solltet ihr mit etwa 25 bis 35 Euro für beide rechnen, inklusive lokaler Weine oder Rakija, dem traditionellen Obstbrand. Die Portionen sind großzügig, und die Gastfreundschaft ist herzlich und ungezwungen.

Tagsüber könnt ihr in kleinen Cafés einkehren, wo ein Kaffee etwa 1,50 Euro kostet und oft mit einem Stück hausgemachtem Kuchen serviert wird. Diese Momente der Einkehr, während draußen der Schnee fällt, gehören zu den schönsten Erinnerungen einer Winterreise.

Unterkunft: Gemütlich und erschwinglich

Drvengrad selbst bietet Übernachtungsmöglichkeiten direkt im Dorf, in den charakteristischen Holzhäusern. Die Zimmer sind rustikal eingerichtet, aber komfortabel, mit allen notwendigen Annehmlichkeiten. Für ein Doppelzimmer solltet ihr mit etwa 50 bis 80 Euro pro Nacht rechnen – ein erstaunlich günstiger Preis für ein so besonderes Ambiente. Die Heizung funktioniert hervorragend, und es gibt nichts Schöneres, als morgens aufzuwachen und durch die Holzfenster auf die verschneite Landschaft zu blicken.

Alternativ findet ihr im nahen Mokra Gora oder in der größeren Stadt Užice weitere Unterkunftsmöglichkeiten, oft noch günstiger. Private Pensionen bieten Zimmer bereits ab 30 Euro pro Nacht an, und die Gastgeber sind in der Regel äußerst hilfsbereit und geben gerne Tipps für Ausflüge in der Umgebung.

Plant euer Budget so, dass ihr für ein Wochenende mit Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten mit etwa 200 bis 300 Euro für zwei Personen auskommt – ein Bruchteil dessen, was viele andere Hochzeitsreiseziele kosten würden.

Fortbewegung und praktische Tipps

Die Anreise nach Drvengrad erfordert etwas Planung, ist aber unkompliziert. Von Belgrad aus sind es etwa 250 Kilometer nach Mokra Gora, was sich gut mit einem Mietwagen bewältigen lässt. Die Tagesmiete für einen Kleinwagen beginnt bei etwa 25 Euro, und die Fahrt durch die serbische Landschaft ist an sich schon ein Erlebnis. Die Straßen sind im Januar meist geräumt, aber Winterreifen sind selbstverständlich Pflicht.

Alternativ gibt es Busverbindungen von Belgrad nach Užice, von wo aus lokale Busse oder Taxis nach Mokra Gora fahren. Ein Taxi für die Strecke Užice-Mokra Gora kostet etwa 20 bis 25 Euro. Vor Ort in Drvengrad bewegt ihr euch zu Fuß – das Dorf ist klein und komplett fußgängerfreundlich.

Packt warme Kleidung ein: Die Temperaturen im Januar liegen oft unter dem Gefrierpunkt, besonders abends. Gute Winterstiefel sind unerlässlich, da die Wege schneebedeckt sein können. Eine Thermoskanne mit heißem Tee für Spaziergänge ist eine wunderbare Idee, die ihr vor Ort in einem der Läden mit lokalem Kräutertee befüllen könnt.

Ausflüge in die Umgebung

Wenn ihr euer Wochenende erweitern möchtet, bietet die Region weitere Schätze. Der Tara-Nationalpark liegt in Fahrnähe und bietet im Winter spektakuläre Ausblicke und Wandermöglichkeiten für Abenteuerlustige. Die Drina-Schlucht mit ihrem türkisfarbenen Fluss ist selbst im Winter atemberaubend.

Das Zlatibor-Gebirge ist ein beliebtes Winterurlaubsziel der Serben selbst, mit kleinen Skigebieten, die deutlich günstiger sind als ihre alpinen Pendants. Ein Tagesskipass kostet etwa 15 bis 20 Euro, und die Atmosphäre ist entspannt und familiär.

Für kulturell interessierte Paare lohnt sich ein Abstecher ins Kloster Rača, eines der bedeutendsten mittelalterlichen Klöster Serbiens, oder in die Stadt Užice mit ihrem lebendigen Markt, wo ihr lokale Produkte wie Honig, Käse und hausgemachte Marmeladen zu Schnäppchenpreisen erwerben könnt.

Drvengrad im Januar ist mehr als nur ein Reiseziel – es ist eine Erfahrung, die Intimität, Kultur und Natur auf unerwartete Weise verbindet. Für Hochzeitsreisende, die Wert auf Authentizität legen und ihre gemeinsame Reise an einem Ort beginnen möchten, der ebenso einzigartig ist wie ihre Liebe, bietet dieses versteckte Juwel Serbiens alles, was das Herz begehrt, ohne das Portemonnaie zu belasten.

Würdest du deine Flitterwochen in einem Filmkulissendorf verbringen?
Ja im verschneiten Drvengrad
Lieber traditionelle Strandresorts
Nur wenn es günstig ist
Klingt zu kalt für mich
Perfekt für uns Abenteurer

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